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Google verlegt klassische Display-Kampagnen in Demand Gen. Seit Juni 2026 wird das Migrationswerkzeug schrittweise für geeignete Konten freigeschaltet. Noch können bestehende Google-Display-Kampagnen bearbeitet werden. Später sollen verbleibende geeignete Kampagnen automatisch umgestellt werden; Google erwartet, dass der Übergang bis 2027 abgeschlossen ist.

Das Google Display Network verschwindet dadurch nicht. Anzeigen können auch im neuen Kampagnentyp ausschließlich im GDN laufen. Neu ist das Zuhause: Demand Gen bündelt das Display-Netzwerk mit visuellen Google-Flächen wie YouTube, Discover, Gmail und Google Maps und bietet dafür Kanalsteuerungen. Wer nur das Wort „Migration“ liest, könnte deshalb einen technischen Kopiervorgang erwarten. Tatsächlich verändert sich der Rahmen, in dem Budget, Gebote, Zielgruppen und Werbemittel gesteuert werden.

Für österreichische KMU ist jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Bestandsaufnahme. Ein Webshop mit mehreren Produktkampagnen braucht einen anderen Übergang als ein regionaler B2B-Betrieb mit einer kleinen Remarketing-Kampagne. Dieser Beitrag zeigt, wie der Wechsel vorbereitet, gemessen und nach der Umstellung kontrolliert wird. Googles Leistungsangaben sind dabei Anbieterwerte und keine Garantie für das eigene Konto.

Das GDN bleibt, der Kampagnentyp wechselt

Demand Gen war bisher vor allem für visuelle Kampagnen auf Google-eigenen Oberflächen bekannt. Mit dem Einzug des GDN wächst der verfügbare Raum auf Websites, Apps und Videos. Google spricht von mehr als zwei Millionen GDN-Angeboten. Unternehmen können diese Reichweite weiterhin isoliert nutzen oder später weitere Kanäle ergänzen.

Gerade diese Wahlmöglichkeit ist für eine saubere Migration entscheidend. Wer gleichzeitig Kampagnentyp, Kanalmix, Zielgruppen, Gebote und Creatives verändert, kann einen Leistungsunterschied kaum noch erklären. War die neue Kampagne besser, weil der technische Umzug gelungen ist? Oder weil YouTube erstmals Reichweite brachte? Kam ein Einbruch vom neuen Gebot, von der Freigabe der Anzeigen oder von einer fehlerhaften Zielgruppe? Ein kontrollierter Start nur im GDN reduziert diese Unklarheit.

Google nennt für Werbetreibende, die GDN zu Demand Gen hinzufügen, im Durchschnitt 9,5 Prozent mehr Return on Investment. Die Zahl stammt aus internen globalen Google-Daten. Sie ist ein Hinweis auf Potenzial, aber keine belastbare Prognose für einen österreichischen Tischlereibetrieb, ein Wiener Softwareunternehmen oder einen Tiroler Onlineshop. Aussagekräftig wird der Wechsel erst durch die eigenen Conversion-Daten, Margen und Vergleichszeiträume.

Warum der Umzug keine Kopie ist

Das Migrationswerkzeug übernimmt Einstellungen und bis zu 42 Tage Leistungshistorie. Laut Google kann das die erneute Lernphase auf ungefähr ein bis zwei Tage verkürzen. Die neue Kampagne startet also nicht völlig kalt. Trotzdem prüft Google die Anzeigen erneut, und einige Bestandteile klassischer Display-Kampagnen werden nicht unverändert unterstützt.

Nach der Migration erhält die ursprüngliche Kampagne den Status „Entfernt“. Ihre historischen Daten bleiben laut Google bis zu fünf Jahre für Berichte verfügbar. Zur klassischen Kampagnenstruktur zurückzukehren ist nicht der vorgesehene Weg. Vor dem Klick braucht es deshalb einen dokumentierten Ausgangszustand: Einstellungen, Zielgruppen, Ausschlüsse, Gebote, Budget, Conversion-Ziele, Werbemittel und die letzten aussagekräftigen Leistungswerte.

Eine professionelle Online-Marketing-Betreuung sollte genau an dieser Stelle beginnen: nicht mit einem pauschalen Migrationsdatum, sondern mit Kontoanalyse, Zieldefinition und einem Übergangsplan pro Kampagne. Das entspricht auch dem tatsächlichen Leistungsumfang von AdSimple, der Analyse, strategische Planung, Umsetzung sowie Reporting und Monitoring verbindet.

Der Migrationstag hat ein eigenes Budgetrisiko

Die wichtigste operative Warnung steht unscheinbar in der Google-Hilfe: Bereits am selben Tag ausgegebenes Budget wird von der neuen Kampagne nicht berücksichtigt. Hat eine Display-Kampagne am Vormittag beispielsweise 40 Euro eines Tagesbudgets von 100 Euro verbraucht, kann die migrierte Demand-Gen-Kampagne am Nachmittag nochmals mit einem frischen Tagesbudget von 100 Euro starten.

Das bedeutet nicht, dass jedes Konto automatisch 140 Euro ausgibt. Es bedeutet aber, dass der neue Kampagnenzustand den bisherigen Tagesverbrauch nicht als Abzug kennt. Bei mehreren Kampagnen kann daraus ein spürbarer Ausschlag entstehen. Für ein kleines österreichisches Unternehmen mit engem Monatsbudget ist das relevanter als jede neue Oberfläche.

Planen Sie die Migration daher in einem ruhigen Zeitfenster und stimmen Sie Budgetverantwortliche ab. Sinnvoll sind ein früher Tageszeitpunkt, eine dokumentierte Obergrenze und eine Kontrolle wenige Stunden nach dem Wechsel. Eine Kampagne während einer laufenden Lift-Studie zu migrieren, empfiehlt Google ausdrücklich nicht. Auch saisonale Spitzen, Abverkaufstage oder eine laufende Messekampagne sind schlechte Termine, weil Veränderungen später kaum trennbar sind.

Sechs Blocker, die vorab in die Inventur gehören

Nicht jede bestehende Kampagne ist sofort migrationsfähig. Google nennt mehrere Elemente, die vor dem Umzug bereinigt oder angepasst werden müssen. Die häufigsten Fälle lassen sich als kurze technische Inventur abarbeiten:

  • Geteilte Budgets: Die Kampagne braucht vor der Migration ein eigenes Budget.
  • Fehlendes Unternehmenslogo: Responsive Display Ads benötigen ein Logo. Ein automatisch eingesetzter Platzhalter sollte nicht ungeprüft live bleiben.
  • Bisherige Disclaimer: Das alte Format wird nicht unverändert unterstützt. Anzeigen müssen pausiert, angepasst und nach dem Wechsel im neuen Format ergänzt werden.
  • Lead-Formulare und Click-to-Call: Bestimmte Assets werden nicht übernommen und müssen entfernt oder durch unterstützte Handlungsaufforderungen ersetzt werden.
  • Produktfilter: Bestehende Filter können vorab zu entfernen sein; in Demand Gen kommen stattdessen Produktbereiche oder Listing-Gruppen zum Einsatz.
  • Gebotsmodifikatoren und Ausschlüsse: Nicht jede Logik auf Anzeigengruppenebene ist kompatibel. Zielgruppen- und Platzierungsausschlüsse brauchen einen eigenen Vergleich.

Diese Liste ist kein Ersatz für die kontospezifische Migrationsansicht. Sie ist ein Vorfilter. Die Oberfläche zeigt, welche Kampagnen geeignet sind und welche konkrete Ursache einen Umzug blockiert. Dokumentieren Sie jede Bereinigung separat, denn eine entfernte Funktion kann die Auslieferung stärker verändern als der neue Kampagnentyp selbst.

Die Messbasis vor dem Wechsel sichern

Ein Screenshot der Übersichtsseite reicht nicht. Exportieren Sie für mindestens vier bis sechs vergleichbare Wochen Impressionen, Klicks, Kosten, Conversions, Conversion-Wert, CPA oder ROAS sowie View-through-Werte, sofern diese intern verwendet werden. Halten Sie außerdem fest, welche Conversion-Aktionen als primär gelten und welches Attributionsfenster eingestellt ist.

Google empfiehlt beim Übergang ähnliche Gebote und ein Conversion-Fenster von mehr als 28 Tagen. Gebotsänderungen sollen in kleinen Schritten von höchstens ungefähr 15 Prozent erfolgen; zwischen Änderungen sollte ausreichend Zeit liegen. Diese Anbieterempfehlung ist kein starres Naturgesetz, aber ein sinnvoller Schutz vor mehreren gleichzeitigen Eingriffen.

Die Datenqualität beginnt außerhalb der Kampagne. Wenn Analytics, Shop oder CRM Verkäufe unterschiedlich zählen, macht Demand Gen diese Differenz nicht automatisch richtig. Der Beitrag „Google Analytics und Consent Mode: Wer steuert welche Daten?“ zeigt, warum Messkonzept und Einwilligungslogik zusammenpassen müssen. Vor der Migration sollten Zielseiten, Conversion-Tags und UTM-Konventionen getestet werden, damit ein späterer Ausschlag nicht auf einem defekten Parameter beruht.

Creatives werden vom Nebenprodukt zum Prüfpunkt

Klassische Display-Kampagnen konnten lange mit einem vertrauten Satz responsiver Assets betrieben werden. Demand Gen ist stärker auf unterschiedliche visuelle Flächen ausgerichtet. Wer später YouTube, Discover, Gmail oder Maps ergänzt, braucht Werbemittel, die auch in quadratischen und vertikalen Formaten funktionieren. Ein querformatiges Banner allein ist keine belastbare Creative-Strategie.

Prüfen Sie vorab Bildzuschnitt, Logo, Textlängen, Call-to-Action, Zielseite und Rechte an allen Assets. Ein automatisch erzeugter Zuschnitt kann technisch funktionieren und trotzdem ein Produkt abschneiden oder eine wichtige Bildaussage verlieren. Die Google-Ads-Editor-Version 2.13 unterstützt klassische Display-Assets in Demand-Gen-Bildanzeigen und erleichtert damit die Verwaltung, ersetzt aber keine visuelle Abnahme.

Wenn generative KI bei Werbemitteln eingesetzt wurde, gehört auch die Herkunft in den Freigabeprozess. Der AdSimple-Beitrag „Google Ads zeigt, wie die Anzeige entstanden ist“ erklärt, wie Assets und Hinweise nachvollziehbar dokumentiert werden. Für die Migration zählt nicht nur, ob ein Bild hochgeladen werden kann, sondern ob Quelle, Freigabe und geplante Ausspielung zusammenpassen.

Drei österreichische Konten, drei Übergangspläne

Regionaler B2B-Dienstleister

Ein Installationsbetrieb aus Niederösterreich nutzt eine kleine GDN-Remarketing-Kampagne mit 30 Euro Tagesbudget. Ziel sind Anfragen aus einem begrenzten Einzugsgebiet. Hier ist ein GDN-only-Umzug sinnvoll: gleiche Region, ähnliche Zielgruppe, unveränderte Landingpage und zunächst kein zusätzlicher Kanal. Nach zwei Wochen wird geprüft, ob Reichweite, Kosten pro Anfrage und Qualität der Leads stabil sind.

Webshop mit Produktfeed

Ein Grazer Onlineshop arbeitet mit Produktfiltern, geteiltem Budget und mehreren Conversion-Aktionen. Vor der Migration werden Budgets getrennt, Produktbereiche geplant und die primäre Kauf-Conversion kontrolliert. Der Wechsel findet nicht während einer Rabattaktion statt. Erst wenn die GDN-Basis vergleichbar läuft, werden weitere Demand-Gen-Kanäle in einem eigenen Test ergänzt.

Tourismusbetrieb mit Saisonspitze

Ein Hotel in Salzburg wirbt international mit Bildern und Videos. Die Buchungssaison macht einen sofortigen Komplettumbau riskant. Das Team inventarisiert zuerst Sprachvarianten, Länderbudgets und Buchungswerte. Die Migration erfolgt kampagnenweise außerhalb des wichtigsten Buchungsfensters. Vertikale Videos werden separat freigegeben, statt alle Formate automatisch aus einem Querformat abzuleiten.

Der Praxisplan in zehn Schritten

  1. Konto inventarisieren: Kampagnen, Status, Budget, Ziele, Gebote, Zielgruppen und Verantwortliche erfassen.
  2. Eignung prüfen: Migrationshinweise und Blocker direkt im Google-Ads-Konto kontrollieren.
  3. Ausgangsdaten exportieren: Vergleichszeitraum, Conversion-Definition und Attributionsfenster dokumentieren.
  4. Assets prüfen: Logo, Formate, Rechte, Disclaimer, Zielseiten und Call-to-Action abnehmen.
  5. Budget trennen: Geteilte Budgets auflösen und eine Grenze für den Migrationstag festlegen.
  6. Zeitfenster wählen: Keine Saisonspitze, keine Lift-Studie und keine gleichzeitig laufende Großänderung.
  7. GDN-only starten: Den bisherigen Kanal zunächst isoliert halten, um den Übergang bewerten zu können.
  8. Direkt kontrollieren: Status, Freigabe, Tagesverbrauch, Tracking und tatsächliche Auslieferung am selben Tag prüfen.
  9. Vierzehn Tage beobachten: Nicht täglich an Geboten drehen; Abweichungen mit Kontext dokumentieren.
  10. Erst dann erweitern: YouTube, Discover, Gmail oder Maps als klar definierten zweiten Test behandeln.

Typische Fehler nach der Migration

Der häufigste Fehler ist eine positive Statusanzeige mit einem erfolgreichen Übergang gleichzusetzen. Eine Kampagne kann aktiv sein und trotzdem wegen neuer Anzeigenprüfung, fehlendem Logo oder enger Zielgruppe kaum ausliefern. Der zweite Fehler ist die sofortige Ausweitung auf alle Kanäle. Das erzeugt neue Reichweite, aber keine saubere Antwort auf die Frage, ob die bisherige Display-Leistung erhalten blieb.

Problematisch sind auch hektische Gebotsänderungen nach einem einzelnen schwachen Tag, das Ignorieren des frischen Tagesbudgets und ein Vergleich mit einem unpassenden Vorjahreszeitraum. In Österreich können Ferien, Feiertage, Wetter und regionale Veranstaltungen die Nachfrage deutlich verschieben. Ein belastbarer Bericht nennt deshalb nicht nur Prozentwerte, sondern auch Zeitraum, Budget, Kanalumfang und relevante externe Faktoren.

Nach 14 Tagen sollte das Team technische Stabilität und erste Leistungswerte prüfen. Nach etwa 30 Tagen folgt die strategische Entscheidung: GDN-only beibehalten, Creatives nachschärfen oder weitere Kanäle kontrolliert testen. Für Unternehmen ohne internes Kampagnenmanagement verbindet AdSimple im Online Marketing die Analyse mit Umsetzung, Display Advertising sowie laufendem Reporting und Monitoring.

Fazit: Erst stabil umziehen, dann Reichweite erweitern

Google Display Ads bekommen mit Demand Gen ein neues Kampagnenzuhause, aber das GDN bleibt als eigener Ausspielkanal erhalten. Der sichere Weg ist daher kein hektischer Komplettumbau. Er besteht aus Inventur, bereinigten Blockern, gesicherter Messbasis, einem bewusst gewählten Migrationstag und einem zunächst vergleichbaren GDN-only-Betrieb.

Wer diese Reihenfolge einhält, kann neue Demand-Gen-Möglichkeiten später gezielt testen, statt einen unbekannten Leistungssprung erklären zu müssen. Beginnen Sie mit den Kampagnen, deren Budget, Conversion-Ziel und Werbemittel vollständig dokumentiert sind. Schwierige Konten mit Produktfiltern, geteilten Budgets oder Saisonabhängigkeit folgen erst, wenn der Ablauf im eigenen Team sitzt.

Quellen