Bisher war es so: wenn Websitebetreiber einen Link mit dem Attributwert “nofollow” versehen haben, war dieser Link für Google als weniger wertvoll gekennzeichnet. All diese Links wurden dann von den Google-Crawlern bzw. dem Ranking-Algorithmus nicht beachtet. Seit dem 1. März 2020 ist diese Methode Schnee von gestern. Google hat das “nofollow-Attribut” neu überarbeitet und hob zwei neue Attributwerte aus der Taufe. Das ist aber nicht alles: auch der Umgang mit diesen Links hat sich verändert. Denn nun werden alle Link-Attributwerte nur noch als Hinweis für Crawler und dem Google-Algorithmus behandelt und nicht für die Google-Suche notwendigerweise ausgeschlossen. In diesem Artikel erfahren Sie näheres, was es mit den neuen Link-Attributwerten auf sich hat und was sich dadurch verändert.

Hinweis statt Anweisung

Vor 15 Jahren wurde der „nofollow-Attribut” eingeführt, um Kommentar-Spam zu bekämpfen. Google hat auch diese Methode empfohlen, um werbende bzw. bezahlte Links zu markieren. Seit der Einführung dieses Attributwerts 2005 hat sich in der Webentwicklung einiges getan. Kein Stein blieb auf dem anderen. Doch die „nofollow-Attribute” haben sich nie verändert. Google hat sich nun entschieden auch den „nofollow-Link“ dem heutigen technischen Standard anzupassen und weiterzuentwickeln. So lautet zumindest die Erklärung von Google. Link-Attributwerte werden nicht mehr als klare Anweisung an den Crawler, diese in die Rankingbewertung nicht einzubeziehen, verstanden, sondern dienen lediglich als Hinweis, dass diese Links nicht so wertvoll sind.

Zwei neue und ein alter Attributwert: „sponsored“, „ugc“ und „nofollow“

Am 10. September 2019 präsentierte Google in einem Blogbeitrag zwei neue Attributwerte. Die beiden Werte bieten Websitebetreibern zusätzliche Möglichkeiten, die Art bestimmter Links in der Google-Suche zu identifizieren.

Nun gibt es also drei verschiedene Link-Attributewerte:

  • rel=“sponsored“: Dieser Attributwert wird verwendet, um Links auf Ihrer Website zu identifizieren, die im Zusammenhang mit Sponsoren, Werbung oder anderen bezahlten Inhalten stehen.
  • rel=“ugc“: UGC steht für User Generated Content, also für Inhalte, die User selbst erzeugen. Dieser Attributwert wird somit für Links empfohlen, die User erzeugt haben. Meistens betrifft das Kommentare oder Forenbeiträge, bei denen User Links setzen.
  • rel=”nofollow”: Der klassische „nofollow“-Attributwert können Sie für Links verwenden, die Google für die Berechnung Ihrer Linkpopularität nicht miteinbeziehen soll.

Grund der Link-Attribut-Änderung

Früher hat Google alle Links, die mit dem „nofollow“-Attributwert versehen waren, überhaupt nicht im Google-Suchalgorithmus berücksichtigt. Das hat sich nun aber geändert. Durch die Einführung der neuen Link-Attributwerte werden jetzt alle drei Attribute nur als Hinweise für den Algorithmus behandelt. Das bedeutet, dass seit dem 1. März 2020 die betroffenen Links nicht mehr vom Google-Crawler ausgeschlossen werden. Google vollzog diese Änderung, um besser einschätzen zu können, wie die Links zu berücksichtigen sind. Google nutzt die Hinweise, neben anderen Signalen, um die Art der Links besser analysieren und verstehen zu können.

Anders als zuvor kann Google jetzt also alle Links wahrnehmen. Jeder Link ist für die Google-Suche eine wichtige Information über die Qualität einer Website bzw. von Produkten. So will Google die Qualität der Suchergebnisse nochmals ein bisschen verbessern. Natürlich kann Google dadurch auch unnatürliche Linkstrukturen leichter erkennen. Durch die Umstellung auf ein Hinweismodell gehen Google keine wichtigen Informationen mehr verloren. Websitebetreibern ist es aber dennoch noch möglich, darauf hinzuweisen, dass nicht jeder Link den gleichen Wert hat und nicht gleich behandelt werden soll.

Was bedeutet die Änderung für Websitebetreiber?

Achten Sie besonders darauf keine unnatürlichen und unseriösen Linkstrukturen zu haben. Seien Sie noch vorsichtiger wohin Sie verlinken und nutzen Sie die Gelegenheit Ihre Links mit den neuen Link-Attributwerten genauer zu „beschreiben“. Auf diese Weise können Sie auch von der Änderung profitieren und Google zeigen, wie sorgfältig Sie mit Ihren Links umgehen.

Müssen Sie jetzt alle „nofollow“-Attributwerte anpassen?

Nein. Google unterstützt weiterhin alle “nofollow”-Attributwerte, die Sie verwenden, um bezahlte Links zu blockieren bzw. um darauf hinzuweisen, dass Sie für den Link nicht „bürgen“ wollen. Sie müssen also die bestehenden “nofollow-Links” nicht ändern. Doch Google empfiehlt für die zukünftigen Links auch die neuen Attribute zu verwenden.

Zudem können Sie auch mehr „rel-Werte“ für einen Link benutzen. Beispielsweise können Sie das Attribut rel=“ugc sponsored“ benutzen, um Google zu zeigen, dass es sich bei diesem Link um bezahlten, usergenerierten Inhalt handelt. Sie können auch alte “nofollow-Links” mit neuen Attributwerten kombinieren.

Kann ich trotzdem nur „nofollow“-Attributwerte verwenden?

Ja, das ist möglich und Sie können Ihrer alten Methode treu bleiben, allerdings empfiehlt Google eindeutig die neue Hinweis-Methode mit den neuen Link-Attributwerten.

Müssen gesponserte Links trotzdem noch markiert werden?

Daran hat sich nichts verändert. Nur weil Google die Methode geändert hat, bedeutet das nicht, dass man auf das Markieren von bezahlten Links verzichten sollte. Sonst kann man leicht von Google aufgrund von möglichen Linkaustausch-Programmen abgestraft werden.

Was spricht für die Verwendung der neuen Link-Attributwerte?

Die neuen Attributewerte helfen Google, Ihre Website besser zu verstehen. Und als professioneller Websitebetreiber, dem es selbst am Herzen liegt, die Website mit hochwertigen Inhalten immer besser zu machen, kann das nur gut sein. Es wird Ihren eigenen Content positiv beeinflussen, speziell wenn anderen Websites mit den neuen Attributwerten auf Ihre Seite verlinken. Daher sollte sich grundsätzlich die neue Methode durchsetzen. Wenn viele Websitebetreiber diese Attributwerte verwenden, profitieren diese Websites, indem Sie von Google besser gerankt werden. Ob sich tatsächlich Rankingvorteile für Websitebetreiber ergeben, kann zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht ermittelt werden.

Fazit

In den meisten Fällen wird der Übergang zu einem Hinweismodell nichts daran ändern, wie Google mit bezahlten Links umgeht. Laut Google werden die Links meist weiterhin so behandelt wie bisher die üblichen „nofollow“-Links. Das bedeutet alle Links, die mit einem der drei Attributwerte versehen werden, werden in den meisten Fällen nicht oder nur bedingt für das Google-Ranking berücksichtigt. Der große Unterschied ist aber, dass Google nun die Möglichkeit hat, diese Links auch als Bewertungskriterium zu verwenden. Und es ist anzunehmen, dass Google auch davon Gebrauch macht. Erst die Zukunft wird uns zeigen, wie stark Google die neu gewonnen Informationen in die Bewertung von Websites miteinbezieht.